Er starb im Alter von gerade einmal neun Jahren – und ist doch heute einer der wichtigsten Zeugen seiner Zeit: Zwei Millionen Jahre alt sind die Knochenfragmente alt, die in der Malapa-Höhle nahe Johannesburg entdeckt wurden. Damit entstammen sie einer für die Entwicklung des Menschen hochinteressanten Epoche: dem Übergang zwischen der Gattung Australopithecus, die erstmals vor vier Millionen Jahren auftauchte, und der etwa 1,9 Millionen Jahre alten Gattung Homo, aus der sich schließlich der moderne Mensch entwickelte. Könnte es sich bei dem Jungen aus der Malapa-Höhle – und ähnlichen Fossilien, die mittlerweile gefunden wurden – um ein „Missing Link“ zwischen beiden Gattungen handeln? Viele anatomische Merkmale der schließlich auf den Namen „Australopithecus sediba“ getauften Art sind denen der späteren Menschen ähnlich, andere – etwa die langen, gut zum Klettern geeigneten Arme oder das eher kleine Gehirn – wirken noch eher affenartig. Welchen Rang nimmt der zwei Millionen Jahre alte Junge also wirklich in der Geschichte der Menschwerdung ein? Die Dokumentation sucht nach Antworten auf diese komplexe Frage.